Im Allgemeinen bezeichnen wir mit Natur das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde, im Gegensatz zur Kultur, die vom Menschen geschaffen wird. Das, was natürlich und was nicht natürlich ist, ist vom Verhältnis der Menschen zu ihrer Umwelt geprägt. In diesem Zusammenhang steht Natur oft für das, was außerhalb des Menschen ist. Ob der Mensch selbst zur Natur gehört oder nicht, ist bereits nicht mehr gesellschaftlicher Konsens.

Dass Natur und natürliche Phänomene längst nicht mehr von der Kultur des Menschen unbeeinflusst sind, ist uns heute klar. Der menschliche Umgang mit der Natur wird immer häufiger zum Gegenstand einer Kritik an der Kultur, an Gesellschaftssystemen oder Regierungen. Ökologische Probleme wie Rohstoffverknappung und Umweltverschmutzung sind die Folgen der Übernutzung endlicher und erneuerbarer natürlicher Ressourcen. Heute weiß man: Natur ist zerstörbar und kann sich in manchen Bereichen nicht aus eigener Kraft erneuern.
In unserer mobilen Ausstellung zeigen wir künstlerische Arbeiten, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Verhältnis von Natur, Mensch und Kultur auseinandersetz. So zeigt Sven Bergelt in seiner performative Videoarbeit wie schnell uns Menschen die Weite und Größe der „Natur“ unheimlich wird und wir uns trotz aller „Freiheit“ doch nur in uns bekannten Räumen bewegen. Oder wir ekeln uns vielleicht vor ganz urtümlichen Figuren wir den „Triebformen“ von Elisabeth Howey, weil sie uns so unnatürlich natürlich erscheinen. In der Arbeit „Remains“ fragt sich Marta Pohlmann-Kryszkiewicz wie unser Zivilisationsmüll zurück zur Natur geht. Dabei fangen die Müllteilchen plötzlich an, ein Eigenleben zu entwickeln und zu wachsen, als wären sie Organismen. Sebastian Schröder untersucht wie der Mensch in Naturkundemuseen Natur nachbaut, um sie Anderen näher zu bringen. Diese und andere Arbeiten zeigen, das die Grenze zwischen Natur und Kultur oft nicht einfach zu bestimmen ist.

In Rahmen des Vermittlungsprojektes wollen wir uns mit Kindern und Jugendlichen diesen Arbeiten nähern und so etwas über uns und unser Verhältnis zur Natur herausfinden. Dabei sollen sie in Gruppenarbeit und anhand von kreativen Aufgaben zu eigenen Interpretationen und Ideen finden.

Gefördert von Kulturamt Leipzig